Rees, Buena Ressa Music Club

Bleeding (H)ear(t)

Wenn man mitten in den Vorbereitungen eines großen Konzerts steckt (ich spreche von „20 Jahre Kaja & Jana“) und sich zu weiten Teilen vor allem darauf konzentriert, kann es zum einen fast ein wenig „hinderlich“ sein, wenn man eine Woche vorher noch zwei reguläre Konzerte spielt, denn es gibt ja noch so viel zu tun. Aber zum anderen ist es auch eine wunderbare Abwechselung, die man gerne wahrnimmt, da man auf die Art mal ein wenig rauskommt und sich ein wenig erholen kann.

So sind wir am Freitag, den 19. Oktober nach Rees aufgebrochen um dort und einen Tag später in Duisburg Konzerte zu spielen.

Nach dem obligatorischen Aufbau und Soundcheck, einer kurzen Malzeit, entern wir die Bühne im wunderschönen Buena Ressa Music Club in Rees. Wir freuen uns sehr, v.a. weil wir unseren lieben Freund Klaus-Dieter Keusgen wiedertreffen, der uns an dem Abend auch mischt. 2014 und 2016 haben wir bei Klaus-Dieter im Studio Aufnahmen für unsere „Hope“-EP und das Album „Inphantasia“ gemacht.

Das Set haben wir seit unserem letzten Gig im August um einige ältere Songs erweitert und auch ein brandneues Stück eingebaut, welches wir an dem Abend testen.

Nach der Pause jedoch kommt etwas, womit niemand rechnen konnte, nämlich, dass unser Drummer Christian über Schmerzen im Ohr klagt und zwischenzeitlich sogar Gleichgewichts-Störungen hat. Natürlich kriegt man so was nicht unbedingt mit, wenn man grad eine schweißtreibende Rock-Show mit einem großartigen Publikum spielt.

Nach dem Auftritt wird uns das Ausmaß des Vorfalls erst richtig bewusst, weswegen wir Christian unverzüglich von Davids (also meinen) Eltern ins Krankenhaus bringen lassen um zu checken, was passiert ist und um sicher zu gehen, dass kein Schaden entstanden ist.

Es stellt sich später heraus, dass es sich „nur“ um einen Riss im Ohrkanal handelt und das Trommelfell nicht betroffen ist. Christian hat wirklich viel Kraft und Ausdauer bewiesen, dass er den Auftritt zu ende gebracht hat, trotz großer Schmerzen und – soviel kann man vorweg nehmen – auch den Auftritt am nächsten Tag gemeistert hat.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen freiwilligen Helfern bedanken, die uns in Rees geholfen haben, v.a. das Schlagzeug abzubauen und das Auto zu beladen. Und natürlich bedanken wir uns bei dem tollen Publikum in Rees, bei Egon, Klaus-Dieter und dem Rest des Teams des Buena Ressa Music Club’s, dass sie uns einen schönen Abend beschert haben, der unter anderen Vorraussetzungen bestimmt noch viel schöner geworden wäre!

 

Stuhr, S:O:A

Singing in the rain

Stuhr S:O:A EyevoryEndlich haben wir eine der seltenen Gelegenheiten, vor heimischem Publikum und an der frischen Luft laut zu werden. Es ist nicht so, dass wir in und um Bremen herum nicht oft genug live spielen, aber es gibt tatsächlich wenige Open Airs hier in der Region, die sich „trauen“, eine Band wie uns einzuladen. Zwischen ganz viel Indie, Rock und Pop sind wir eben Exoten und werden auch als solche gehandelt.

Umso mehr freuen wir uns über die Zusage vom S:O:A – Stuhr Open Air, einem sehr vielfältig aufgestellten Festival bei Bremen, mit herzlicher, familiärer Atmosphäre.

Während unserers Bühnenaufbaus bricht plötzlich ein Platzregen erster Güte vom Himmel. Das Publikum, was gerade noch der Band „Gentility“ auf der anderen Bühne lauscht, verkriecht sich fluchtartig unter diversen Dächern und Unterständen. Wir haben zwar ein Dach über unserer Bühne, aber zum Umziehen und Essen nach dem Aufbau muss trotzdem eine Strecke zwischen Bühne und dem gegenüberliegenden Gutshaus zurückgelegt werden; da kann selbst das Haarspray mit der „3“ im Namen nicht standhalten.
Egal, Rock ’n‘ Roll eben.

Und dann: Kaum fangen wir an zu spielen, klart der Himmel auf und der Regen verzieht sich für den Rest des Abends – großartig!

Ich habe mir einen Zeh gebrochen, weshalb ich meine Bühnenschuhe nicht tragen kann. Barfuß scheint mir da die beste Alternative und damit der Größenunterschied zwischen Kaja und mir nicht noch extremer ist, als ohnehin schon, gehen wir kurzerhand einfach beide barfuß auf die Bühne – geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid.
Wir spielen uns hinein in die Sonnenuntergangsstimmung und lauschen nach einem rasanten Umbau den noch folgenden Acts.

Ein schöner Abend auf dem S:O:A geht zu Ende und wir danken dem wetterfesten Publikum und den lieben Veranstaltern, die dieses Festival wirklich mit ganz viel Herzblut und höchst proffesionell organisiert haben!


Fotos: Nicole Schade

Buxtehude, Aethercircus Steampunk Festival

Ordentlich Dampf

Heute erwartet uns ein ganz besonderes Festival. Im beschaulichen kleinen Städtchen Buxtehude, in der Nähe von Hamburg steht für ein Wochenende alles unter Dampf. Denn Steam-(engl. „Dampf“)punks belagern die Altstadt mit allem was dazu gehört: Märkte, Dampfmaschinen und natürlich die obligatorischen Schweißerbrillen, genannt „Goggles“.
Hier ist David mit seinem Zylinder mal keine Seltenheit. Denn Zylinder mit Zahnrädern und längst gestreifte Klamotten sind unter anderem die Markenzeichen für diesen außergewöhnklichen Stil, der sich an einer futuristischen Ausrichtung des viktorianischen Zeitalters orientiert.
Da dürfen wir natürlich nicht fehlen. Schon vor ein paar Jahren haben wir die Entscheidung getroffen, unsere Bühnenkleidung am Steampunk zu orientieren und auch unsere Musik, geprägt vom Phantastischen und einem Stilmix aus Prog, Rock, Klassik und Folk fügt sich gut in dieses Festival Konzept.

Veranstaltet wird dieses Spektakel von der Band „Drachenflug“, die hier wirklich ganze Arbeit geleistet hat.
Das Parkleitsystem für die auftretenden Künstler ist zwar noch ein wenig ausbaufähig, nachdem wir dann aber unseren Bus untergebracht haben, erwartet uns ein sehr herzliches Team und ein tolles Catering. Das gute Wetter tut sein übriges.

Wir bauen also gegen 13:30 Uhr auf der großen Bühne am Buxtehuder Rathaus auf, machen einen kurzen Soundcheck und schon geht es los!
Das Publikum feiert ausgelassen mit uns und macht prima mit.
Nach einer knappen Stunde, verneigen wir uns vor diesen tollen Menschen und sind sehr dankbar für eine für uns sehr gelungene Eröffnung der Open Air Saison 2018.
Kaja und ich verkaufen anschließend unsere CDs direkt vom Bühnenrand, die uns förmlich aus der Hand gerissen werden, während die Jungs hinter uns abbauen, um die Bühne frei zu machen für die Steampunk Modenschau.

Nachdem wir alles wieder im Bus verstaut haben, schelndern wir noch ein wenig durch die Gassen von Buxtehude, bestaunen die vielen verrückt angezogenen Leute und gönnen uns und unseren Kindern (ein Großteil ist heute mit dabei) ein Eis.

Danke, Aethercircus, es war ein tolles Fest und wir kommen gerne wieder!!!

Fotos: Schnucki

Worpswede, Music Hall

Für diese Erlebnisse macht man Musik!

An einem wunderschönen Samstagnachmittag machen wir uns auf den Weg in die Music Hall in Worpswede. Für mich geht damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, dort einmal spielen zu dürfen. So viele meiner musikalischen Helden und Vorbilder habe ich dort bereits live erlebt, dass die Music Hall für mich einen ganz besonderen Zauber versprüht. Wir, das sind Kaja und ich, treffen kurz nach unserer Ankunft bereits auf Nils, unseren leider etwas von Krankheit gebeutelten Mischer. David und Jana haben sich im Vorfeld bereits beim Proberaum getroffen und erreichen den heutigen Spielort kurz nach uns.

Wir werden von den Verantwortlichen vor Ort wirklich ungemein freundlich und warmherzig empfangen und beziehen zunächst unseren Backstage Raum, ehe wir nach dem Soundcheck von Lazuli selbst unser Equipment auf der Bühne aufbauen dürfen und unser Soundcheck beginnen kann. Alles verläuft reibungslos und zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Nach einer kleinen Geburtstagsfeier meiner Mitmusikanten für mich (vielen Dank!!!! Das war sooooo lieb von Euch!!!!) heißt es wie so häufig: Warten… diesmal allerdings mit einem dermaßen leckeren und liebevoll vorbereiteten Catering, unglaublich!!!

Dann ist es soweit, wir gehen auf die Bühne. Die Worpsweder scheinen zunächst etwas skeptisch und zurückhaltend zu sein, was sich im Laufe des Gigs jedoch mehr und mehr legt. Zum Ende unseres Sets ist die Stimmung super, aus unserer Sicht spielen wir eine tolle Show!

Nach einem, wie immer als Vorband hektischem Abbau unserer Backline, ist nun Lazuli an der Reihe. Und was nun in den kommenden zwei Stunden folgt, ist schwer in Worte zu fassen. Ich für meinen Teil habe wirklich lange keine so spielfreudige, inspirierende und musikalisch und technisch auf höchstem Niveau agierende Band mehr live erleben dürfen. Unfassbar gut!!!
Dazu möchte ich ebenfalls betonen, wie freundlich, respektvoll und kollegial wir von Lazuli sowie dem gesamten Team der Music Hall während der gesamten Veranstaltung behandelt werden.
Für exakt diese Erlebnisse mache ich Musik! Wundervolle und spannende Menschen kennenlernen, tolle Musik in einer inspirierenden Atmosphäre erleben … Was will man mehr?
Und wenn man dann noch im Backstage die Fotos und Widmungen seiner Helden sieht, die dort ebenfalls vor gar nicht langer Zeit auf der Bühne standen, kann der Abend gar nicht mehr besser werden!

Lazuli, Music Hall: Vielen, vielen Dank!!!!