Duisburg, Parkhaus

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Nach einem wirklich gelungenen Tourstart kommt nun der zweite gemeinsame Gig mit Ashby. Ashby sind wirklich tolle Kollegen, die ich wirklich sehr schätze. Vielleicht auch, weil sie ein Stück „Heimat“ mitbringen. Sobald ich sie reden höre, denke ich: Datt is meine Sprache. Ist ja auch kein Wunder, denn die Dame und die 4 Herren kommen genau aus der Stadt, in der ich die ersten 20 Jahre meines Lebens verbracht habe, nämlich Mülheim an der Ruhr. Unweit von Mülheim entfernt ist auch Duisburg, wo wir heute spielen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserer tollen Unterkunft mitten im Grünen, machen wir uns mittags auf, um ein wenig in der Duisburger Innenstadt zu bummeln und was zu essen, was wir – nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten – dann auch tun. Danach ist es dann an der Zeit in Richtung Parkhaus (ja, die Location heißt so, ist allerdings kein Gebäude, in dem man seine Fahrzeuge unterstellen kann, sondern ein Haus am Park.) zu fahren, wo unsere neuen Freunde schon am aufbauen und checken sind.

Nach dem obligatorischen „auf die Fresse, fertig, los!“ geht es dann auf die Bühne. Dieses mal sind wir als erstes dran. Unser, wie immer, großartiges Publikum lässt sich schnell mitreißen und feiert insbesondere unsere beiden neuen Songs. Gerade das freut mich ganz besonders, denn neues Material im Set zu haben, ist immer ein Risiko. Dieser Gig geht, meiner Ansicht nach, fast etwas besser, als in Bocholt, über die Bühne. Ich bin sehr zufrieden. Als nächstes wird in Bremen gescheppert!

 

Photos: Holger Scholl

Bocholt, Alte Molkerei

Tourstart

Seit dem letzten Sommer, so ziemlich genau seit unserem Auftritt auf der Loreley beim „Night Of The Prog Festival“, haben wir dem heutigen Tag entgegen gefiebert. Denn dort waren wir zum ersten Mal persönlich auf das Mädel und die Jungs der Band „Ashby“ getroffen.
Kurz zurvor hatten wir uns telefonisch und schriftlich zu einer gemeinsamen Tour in 2018 verabredet. Der Tag auf der Loreley sollte dann der Tag sein, an dem die gemeinsame Tour offiziell bekannt gegeben wird.
Seit dem planen und feilen wir am Programm der „Female Voices Of Progressive Rock“ Tour, die hier in Bocholt ihren Anfang finden sollte.

 

Als wir nach dem Interview auf den Parkplatz vor dem Studio kommen, fehlt von unserem Bus mit samt unseren Jungs jede Spur …

 

Der Tag beginnt ungewohnt früh für uns – um 8:30 Uhr geht es bereits in Bremen los, denn auf dem Weg muss noch ein Schlenker über Mönchengladbach gefahren werden, da Kaja und ich dort einen Termin bei einem TV-Interview haben.
Unser Tonmann ist krank und fiebert im Bus vor sich hin (das sollte ein paar Tage später noch Folgen für uns Eyevories haben).
Das Interview läuft aber wie am Schnürrchen – Kaja darf sogar noch die Wetterfee spielen. Als wir beide nach dem Interview wieder nach unten auf den Parkplatz vor dem Studio kommen, fehlt von unserem Bus mit samt unseren Jungs, die genau dort eigentlich auf uns warten wollten, jede Spur …
Telefonisch sind sie auch nicht sofort erreichbar. Wir sind etwas irritiert … Dann ruft David endlich zurück und erklärt, dass sie zwischendrin etwas einkaufen waren und anschließend den Weg zurück zum Studio nicht gefunden haben. Interessant …
Die Aktion beschert uns leider eine Verspätung, die dann durch die Ruhrpott-Rush-Hour noch verschärft wird.
Unsere Kollegen von Ashby stecken aber trotz der vergleichsweise kurzen Anfahrt im gleichen Stau, so dass wir gleich viel zu spät an der Alten Molkerei in Bocholt eintreffen.

Dank vieler großartiger Helfer vor Ort, kann aber entsprechend schnell entladen und aufgebaut werden. Nach 2 ausgedehnten Soundchecks, gibt es noch eine Kleinigkeit zu feiern, denn unser Tourveranstalter, Kim, hat heute Geburtstag! (Später sollte er auf der Bühne noch ein Ash-Eyevorieskes Geburtstsagsständchen bekommen.)

Der Laden brummt und wir haben einen tollen ersten gemeinsamen Konzert Abend mit Ashby. Hinterher sind sich alle Beteiligten sicher: Das war eine gute Entscheidung.

Wir brechen auf zu unserer Ferienwohnung und freuen uns auf ein Wiedersehen schon morgen in Duisburg.

 

Photos: Adam Zegarmistrz

Duisburg, Bootshaus

Absch(l)uss

Eyevory DuisburgNach einer entspannten Nacht und einem ganz vorzüglichen Rührei-Frühstück, kredenzt von der wunderbaren Jana, beginnt der Tag so entspannt, wie ein Tag nur beginnen kann. Unser Soundmann Nils, unser Ersatz- Schlagzeuger Jens, und ich haben ein paar Stunden Freizeit in unserer Unterkunft, während Jana in einer Besprechung sitzt, in der es um unsere anstehende Tour geht.

Heute ist unsere Anreise sehr überschaubar, da das Bootshaus Ehingen in Duisburg nur 10 Autominuten von unserer Unterkunft entfernt ist.
Nach dem Stress, Stau und den Problemen, die wir gestern hatten, ist dies nun ein wahrhaftiger Wald- und Wiesenspatziergang. Unsere Freunde von „Nextlevel“ sind im Soundcheck, während wir in Ruhe alles vor der Bühne aufbauen.

Eine Besonderheit, die diesen Gig auszeichnet, ist, dass wir einen Song spielen, der so neu ist, dass wir ihn nur leidlich proben können. Durch den hektischen Soundcheck am Tag zuvor haben wir den Song streichen müssen, da wir nicht wirklich dazu kamen, ihn vernünftig durchzuspielen. Doch dieses Mal ist alles anders. Der Song heißt „The Wolf Song“ und ist eine Bearbeitung aus Astrid Lindgren’s „Ronja Räubertochter“.
Das Publikum bedenkt unsere Einlage auf jeden Fall mit viel Beifall, was ja schon mal ein gutes Zeichen ist.

Eyevory DuisburgDas Bootshaus ist wirklich gerammelt voll und die Stimmung dort ist wirklich großartig! Vielen Dank an das – erneut – großartige Publikum! Und vielen Dank, „Nextlevel“ für die Einladung!

Da Jens (Schlagzeug) heute seinen letzten Auftritt mit uns hat, gibt es natürlich eine Abschiedsfeier.
So sitzen wir nach dem Konzert alle beisammen bei Bier und Cola und erzählen uns die Anekdoten und Witze, die nur Musiker und Techniker nachvollziehen können.
An dieser Stelle noch einmal: Vielen Dank, Jens Thaden, für dieses wunderbare Jahr mit Dir! Wir werden Dich vermissen!

Sehr zufrieden von dem ganz wunderbaren Abend fallen wir in die Betten und bereiten uns am nächsten Morgen – erneut nach einem herrlichen Frühstück – auf die Heimfahrt vor.

Da dies der letzte Gig in diesem Jahr war, sag ich schon mal: Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Mülheim an der Ruhr, Feldmann Stiftung

Zu spät!

Gegen 14:00 Uhr brechen wir zu dritt in Bremen auf – zu dritt bedeutet in dem Fall David, Nils (Technik) und ich. Kaja ist schon einen Tag früher mit Ihrer Familie runter gefahren und Jens (Schlagzeug) kommt nicht aus Bremen und fährt generell autark.
Wir haben nun also 4 Stunden Zeit für eine Strecke von 270 Kilometern. Sollte man schafffen. Aber denkste. Der Berufsverkehr lässt uns eine Stunde lang im Schritttempo allein durch Bremen rasen und auf der A1 jagt dann ein Stau den nächsten. Wenn ich zwischendrin mal für 5 Minunten 100 km/h fahren kann, ist das schon wie Weihnachten. Wir erlauben uns ob der Umstände auch nur eine winzig kleine Pinkelpause und kommen dann eine knappe Stunde zu spät am Venue an.
Ich fühle mich wie gerädert und sehe vor meinem geistigen Auge nur noch Bremslichter.

Vor Ort sorgen dann auch noch verschiedene technische Schwierigkeiten (die wohlbemerkt nicht auf unserer Liste zu verbuchen sind) für weitere Verzögerungen.
So muss unser Soundcheck ultra knapp gehalten werden und wir können nicht, wie geplant einen neuen Song ausprobieren, was zur Folge hat, dass wir ihn kurzerhand aus dem Set streichen müssen.
Kaum verklingt der letzte Ton des Soundchecks, gehen die Türen auf und Publikum strömt in die Mülheimer Begegnungsstätte.
Wir haben von da an 25 Minunten Zeit, um uns umzusziehen, die Strapazen der langen Autofahrt überzuschminken und zu verkabeln. An Essen ist nicht mehr zu denken – ich möchte an dieser Stelle vermerken, dass ich zu dem Zeitpunkt gerade mal gefrühstückt hatte.

Foto: Horst Engels
Dann geht es die Treppe runter zur Bühne, wo uns David’s Hometown warmherzig und überwältigend empfängt. Für die dann folgenden 70 Minuten, sind Stress, Ärger und Hunger wie weggeblasen. Die Stirnfalten weichen einem Lächeln und wir lassen uns tragen von einer Woge großartigen Applauses und einem Publikumschor, wie wir ihn am Ende von „Inphantasia“ noch nie zu hören bekommen haben.

Danke, Mülheim, Ihr habt einiges entschädigt!

Danach bekommen wir endlich etwas zwischen die Zähne und lauschen noch etwas unseren morgigen Gastgebern, der Cover-Band Nextlevel aus Duisburg, die diesen Abend mit uns bestreitet.

Müde, aber wesentlich entspannter fallen wir später in unsere Kojen, die sich diesmal in einer Duisburger Ferienwohnung befinden, denn morgen geht es hier weiter …